Bündnis 90/Die GrünenClaim Druckversion

10. Juni 2010

Illegaler Genmais auch im Elbe-Weser-Dreieck?

GRÜNE kritisieren Geheimhaltung genverunreinigter Felder

Der illegale Genmais soll auch im Raum Cuxhaven, Stade, Osterholz und Rotenburg angebaut worden sein. Das teilte der regional zuständige Grünen-Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Klein nach einer Anfrage der Grünen im Landtag mit. Danach liegen genverunreinigte Äcker auch im Bereich des Gewerbeaufsichtsamtes Cuxhaven.

Insgesamt sind es mindestens 23 Landwirte in Niedersachsen, die den illegalen Genmais der Sorte NK603 aufgrund von fehlerhaften Meldungen des Agrarministeriums und der Firma Pioneer aus Buxtehude ausgesät haben. "Die Landesregierung trägt die politische Verantwortung dafür, dass es zur illegalen Aussaat kam", sagte Klein. Anders als andere Bundesländer habe Niedersachsen seine Kontrollen nicht rechtzeitig bis zur Ausbringung abgeschlossen. "Dadurch sind den Landwirten und Imkern schwere Schäden entstanden, die nun vom Verursacher zu entschädigen sind", so Klein.

Die Grünen kritisierten, dass sich die Landesregierung weiterhin weigere, die konkreten Felder mit dem kontaminierten Genmais zu nennen und damit auch die Landwirte in der Umgebung zu warnen. So bleibt unklar, in welchen Landkreisen und wo genau die Genfelder liegen. Klein: "Wir fordern, diese Felder unverzüglich zu benennen und zu vernichten, damit der Genmais nicht erst aufwachsen und die Umgebung verunreinigen kann. Es kann nicht sein, dass illegale Aussaat geduldet werden soll. Die große Mehrheit der Wählerinnen und Wähler will keine Genpflanzen auf seinen Tellern und Feldern. Dafür muss die Politik durch Beibehaltung der Nulltoleranz Sorge tragen."

Die Ankündigung der Landesregierung, zu prüfen ob die illegal ausgebrachten Genpflanzen aufwachsen sollen, stieß daher auf scharfe Kritik. "Das wäre ein schwerer Schlag für die gentechnikfreie konventionelle und ökologische Landwirtschaft in Niedersachsen, wenn die Genpflanzen nicht vernichtet werden, sondern angebaut werden dürfen", so Klein abschließend.