

Kritik am geplanten Besuch des französischen Flugzeugträgers Charles de Gaulle in Cuxhaven kommt von dem grünen Landtagsabgeordneten Hans-Jürgen Klein aus Steinau. Er erklärt dazu:
"Der Hafen und die Stadt wären gut beraten gewesen, dem Beispiel Bremerhavens und Wilhelmshavens zu folgen, die diesem gigantischen Kriegschiff keinen Liegeplatz in ihren Häfen angeboten haben. Das Ereignis wird die Stadt Cuxhaven und ihren Hafen sicher nicht schmücken oder auszeichnen. Im Gegenteil! Die Ostertage sind traditionell die Zeit der Friedensmärsche. Dieses waffenstarrende Ungetüm steht eher für gegenteilige Signale, die spätestens nach der Auflösung der Blöcke und zunehmender globaler Zusammenarbeit nicht mehr zeitgemäß sind.
Hinzu kommt, dass mit dem Flugzeugträger auch zwei atomare Druckwasserreaktoren am Steubenhöft anlegen, mit denen das Schiff selbst und die Startkatapulte für die Flugzeuge angetrieben werden. Das AKW mitten in der Stadt dürfte kaum die richtige Imageförderung für ein tourismus- und windkraftfreundliches Cuxland sein. Der nukleare Antrieb wird auch dadurch zu einem sensiblen Umstand, dass die Charles de Gaulle seit ihrem Baubeginn 1987 immer wieder als Pannenschiff von sich reden machte.
Völlig unverständlich ist diese besondere Form der Gastfreundschaft vor dem Hintergrund der noch aktuellen Entscheidungen von Stadt und Hafen in Zusammenhang mit den geplanten MOX-Transporten über Cuxhaven. Da liegt der Verdacht nahe, dass die dort bewiesene Hartnäckigkeit und Standhaftigkeit relativiert werden oder die Beteiligten dafür nun Buße tun sollen. Konsequenz in Bezug auf die Risiken atomarer Technik wäre der bessere Weg. Bei einem Schiff, das 1000 km am Tag zurücklegen kann, dürfte es kaum eine zwingende Notwendigkeit geben, kurz vor dem Einsatzort noch einmal in Cuxhaven Rast zu machen. So wird der vorgesehene Besuch zu einer Provokation."