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20. Oktober 2008

Die Unterelberegion darf kein neuer Kohlenpott werden!

Zusammen mit ihrem Landtagsabgeordneten Hans-Jürgen Klein haben die Cuxhavener Grünen an einer Protestveranstaltung in Stade gegen neue Kohlekraftwerke teilgenommen, zu der am Samstag mehrere hundert Menschen gekommen waren. Klein kritisiert: "Wenn alle sieben derzeit in Planung befindlichen Kohlekraftwerke verwirklicht würden, so hätte das katastrophale Auswirkungen auf die Umweltqualität und die Gesundheit der Menschen in der Unterelberegion. Die Entstehung eines neuen Kohlereviers muss deshalb mit allen rechtlichen Mitteln verhindert werden." Hintergrund sind die Pläne mehrerer Energiekonzerne, allein in Stade drei neue Kohlekraftwerke zu bauen. Dagegen regt sich großer Widerstand bei Bürgerinitiativen, Umweltverbänden und auch bei den Grünen in den Kreisen Stade und Cuxhaven.

Wie Klein nach der Veranstaltung mitteilte, begründen die Energiekonzerne ihren hohen Bedarf an neuen Kohlekraftwerken anhand einer nach Einschätzung der Grünen fehlerhaften Studie der deutschen Energieagentur (dena). Wenn man dagegen allein die Grundsatzbeschlüsse der Bundesregierung in die Realität umsetzen würde, könnten neue Kohlekraftwerke als Übergangstechnologie vollständig vermieden werden. Zu diesen Grundsatzempfehlungen gehören die Senkung des Energieverbrauchs bis 2020 um 11% durch effizientere Techniken, die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien auf 25 % und die Verdoppelung des Anteils der Wärme-Kraft-Kopplung auf ebenfalls 25 % im gleichen Zeitraum. Europäische Nachbarländer wie Dänemark und die Niederlande setzen diese Technik schon viel stärker ein, mit der Wirkungsgrade von bis zu 90% erreicht werden können. Die geplanten Groß- Kohlekraftwerke können dagegen nach derzeitigem Entwicklungsstand nur maximal 46 % Wirkungsgrad erreichen. "Damit bieten auch neue Kohlekraftwerke keine Entlastung für das Klima, sondern sie hemmen damit für weitere 50 Jahre den Ausbau der erneuerbaren Energien und die damit verbundene Schaffung neuer Arbeitsplätze", erklärte der grüne Landtagsabgeordnete auf der Veranstaltung.

Neben dem hohen CO²-Ausstoß bringt der Betrieb von Kohlekraftwerken auch andere Umweltprobleme mit sich. Es werden erhebliche Mengen an Feinstaub sowie den Schwermetallen Quecksilber, Cadmium und Blei abgegeben. Außerdem erfolgt durch das Kühlwasser ein hoher Wärmeeintrag in die Elbe, der für den Fluss nicht mehr verkraftbar ist. Im bisherigen Genehmigungsverfahren für das Electrabel-Kraftwerk Stade wurden noch keine Wärmelastpläne vorgelegt. Die Grünen befürchten zudem große Negativfolgen für die Landwirtschaft, den Obstanbau und den Tourismus in der gesamten Unterelberegion, wenn die geplanten Kraftwerke gebaut werden. 

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