Bündnis 90/Die Grünen

PRESSEMITTEILUNG

NR. 183
Datum: 16. Juni 2008

GRÜNE kritisieren Pläne zum Betrieb einer „Atomwäscherei“

Anlage der E.on-Tochter Dekonta erhöht Gefährdungspotenzial

Scharfe Kritik an den Plänen der E.on-Tochter Dekonta, in Sandstedt (Landkreis Cuxhaven) eine Wäscherei für radioaktiv verstrahlte Schutzkleidung und Atemschutzmasken zu errichten, kommt von den Landtagsgrünen. "Bisher wurden solche Dekontaminationsanlagen immer nur innerhalb der Atomkraftwerke betrieben", sagte der Cuxhavener Abgeordnete Hans-Jürgen Klein am Montag in Hannover. Es sei völlig unakzeptabel, dass "ohne ausreichende Information und Diskussion neue Strukturen in der atomaren Entsorgung ausprobiert werden".

Radioaktive SchutzkleidungDer Betrieb der Anlage und die dazu erforderlichen Transporte des radioaktiven Materials würden ein zusätzliches Gefährdungspotential schaffen. Man könne darüber hinaus nicht ausschließen, dass im Zuge des Rückbaus abgeschalteter Atomkraftwerke eine Ausweitung der Aktivitäten der Dekonta auch auf andere stärker verstrahlte Anlagenteile geplant sei. Klein weist auf die ungeklärten Risiken der Niedrigstrahlung hin: "Jedes Becquerel zusätzlich, das ein AKW verlässt, kann auch zusätzliche Effekte auslösen. Wer suggeriert, die Anlage sei ungefährlich, argumentiert verantwortungslos".

Der Grünen-Abgeordnete hat eine parlamentarische Anfrage auf den Weg gebracht, um zu klären, welche Erkenntnisse über die Dekonta-Pläne vorliegen und wie eine Gesundheitsgefährdung für die betroffene Bevölkerung ausgeschlossen werden kann. Außerdem will Klein von der Landesregierung wissen, wie die Schaffung zusätzlicher atomarer Einrichtungen außerhalb der Kraftwerke zu rechtfertigen ist.

Bild: ondrasch/aboutpixel.de