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29. Mai 2008

Mit Sofortmaßnahmen Druck aus dem Turbo-Abi nehmen - Kritik an der "skandalösen Untätigkeit" der Kultusministerin

Der hiesige Grüne-Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Klein hat die "skandalöse Untätigkeit der Landesregierung bei der Bewältigung der Probleme mit dem Turbo-Abitur" kritisiert. "Das Schuljahr geht bald zu Ende, aber die Landesregierung lässt die Schülerinnen und Schüler mit dem Wahnsinnsdruck weiter allein", sagte der grüne Politiker am Donnerstag (heute) in Hannover. Vor der zweiten Sitzung des Runden Tisches am kommenden Montag präsentierte die grüne Landtagsfraktion eine Liste mit Sofortmaßnahmen, die die Kultusministerin ergreifen müsste, um die Situation zu entschärfen.

  • Die Klassenfrequenzen der heutigen 9. Klassen, die als erste das Abitur nach 12 Jahren ablegen müssen, müssten zum kommenden Schuljahr deutlich abgesenkt werden. "Für diese Klassen wird erstmals schon das 10. Schuljahr zur Eingangsphase der Oberstufe. Dann müssen sie auch in entsprechenden Gruppengrößen arbeiten können", sagte Klein.
  • Die 45-Minuten-Stunden sollten kurzfristig durch ein Doppelstundenkonzept ersetzt werden. Klein: "Es ist unsinnig, wenn die Kinder bis zu acht verschiedene Fächer pro Schultag absolvieren müssen."
  • In jedem Gymnasium müsse ein warmer Mittagstisch angeboten werden. Hierfür müssten kurzfristig auch provisorische Lösungen gesucht werden. Mittelfristig sei ein Investitionsprogramm für den Bau der erforderlichen Mensen erforderlich.Turbo-Abi in Niedersachsen
  • An Tagen mit Nachmittagsunterricht dürfe es keine Hausaufgaben mehr zum nächsten Tag geben. "Spätestens ab 16 Uhr müssen die Schülerinnen und Schüler wirklich frei haben", forderte der Grünen-Politiker.
  • Mittelfristig sollten alle Gymnasien zu pädagogisch rhythmisierten Ganztagsschulen umgebaut werden. Die eigenverantwortlichen Schulen sollten selbst entscheiden können, ob sie das Abitur nach 12 oder nach 13 Jahren anbieten. Klein setzte sich dafür ein, auch an den Gymnasien jahrgangsübergreifende Lerngruppen einzurichten, die je nach dem individuellen Lerntempo in unterschiedlicher Zeit durchlaufen werden könnten.

Die Schülerinnen und Schüler, die heute das Gymnasium besuchten, könnten auf tiefgreifende Reformen aber nicht mehr warten. Klein: "Die Kultusministerin muss noch vor der Sommerpause dafür Sorge tragen, dass die Maßnahmen schon vom kommenden Schuljahr an greifen."

Mehr dazu und die komplette Liste der Vorschläge als Anlage/Link unter

Foto: frameless/aboutpixel.de

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