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15. Mai 2006

A 22 bringt keine wirtschaftlichen Impulse für Region

Der "Lebensraum" im Bioladen in Bad Bederkesa war gut gefüllt, als der Ortsverband der Grünen zu einem Informationsabend über die geplante Küstenautobahn A 22 eingeladen hatte. Dazu war der wirtschafts- und verkehrspolitische Sprecher der grünen Landtagsfraktion Enno Hagenah aus Hannover mit dem örtlichen Abgeordneten Hans-Jürgen Klein aus Steinau in den Flecken gekommen.

Verschiedene Trassenvarianten der sog. Nordtrasse der A 22 durchschneiden auch die Samtgemeinde Bederkesa. Hagenah machte deutlich, dass dieses Projekt von den niedersächsischen Grünen abgelehnt wird, da es einerseits die betroffenen Menschen gesundheitlich belastet und ökologisch schädlich ist, aber andererseits auch wirtschaftlich keinen Sinn macht. Dass Autobahnen automatisch einen wirtschaftlichen Aufschwung bringen sei ein Dogma, das längst widerlegt sei. Inzwischen belegen eine Reihe von Untersuchungen, dass heute neue Autobahnen in ländlichen Räumen kaum wirtschaftliche Impulse bringen. So sei im Gegenteil sogar mit Nachteilen zu rechnen, durch leichter abfließende Kaufkraft und durch zusätzliche auswärtige Konkurrenz für die heimische Wirtschaft, die schneller den örtlichen Markt erreicht. Europäische Vergleichszahlen machten deutlich, dass es keinen Zusammenhang zwischen der Arbeitslosenquote und der Dichte des Straßennetzes gibt. Immerhin verfüge z.B. Bremerhaven, die Stadt mit der höchsten Arbeitslosigkeit in Westdeutschland über 4 Autobahnauffahrten.

Keine Chance gibt Hagenah einer privaten Finanzierung der Fernstraßenverbindung. Bei sehr optimistischer Rechnung wäre nach seiner Ansicht eine Maut von mindestens 25 € für jedes prognostizierte Fahrzeug fällig, damit private Geldgeber auf ihre Kosten kommen. Vermutlich müsste es noch deutlich teurer sein, so dass der Verkehr sicher auf die kostenlosen Alternativen z.B. über Hamburg ausweichen würde. Deshalb wäre es wichtig, dass dieser drohenden Verschwendung von Steuergeldern Einhalt geboten wird.

Klein berichtete über ein umfangreiches Netz von Bürgerinitiativen, die sich inzwischen entlang der geplanten Trasse zwischen Stade und Westerstede gebildet und den gemeinsamen Kampf gegen dieses überflüssige und unsinnige Projekt aufgenommen haben. Zahlreiche interessierte Teilnehmer ließen keinen Zweifel daran, dass es künftig auch in Bederkesa einen solchen Netzknoten geben wird.

 

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