Standorte für Offshore-Windkraft in der 12-Meilen-Zone sorgfältig auswählen
CDU will Chancen für niedersächsische
Windkraftanlagenhersteller verspielen
Die Landtagsgrünen wenden sich gegen die Pläne des designierten CDU-Umweltministers Lutz Stratmann, innerhalb der 12-Seemeilen-Zone vor der niedersächsischen Küste keine Windkraftanlagen errichten zu wollen.
"Damit wird unqualifiziert das Kind mit dem Bade ausgeschüttet," kritisiert der Grünen-Abgeordnete Hans-Jürgen Klein und verweist darauf, dass hier die einmalige Chance für die niedersächsischen Anlagenhersteller besteht, Windkrafterzeugung auf See in der Praxis zu erproben und zugleich als "Schaufenster" für den Export zu nutzen. Diese Chance dürfe nicht per Rundumschlag vertan werden.
Klein: "Es ist höchste Zeit, sozial- und naturverträgliche Standorte für Windkraft im küstennahen Bereich zügig im Landesraumordnungsprogramm festzulegen, nur so lässt sich die Entwicklung steuern." Naturschutz-, Fischerei- und Tourismusinteressen, aber auch Fragen der Schiffssicherheit müssen dabei berücksichtigt werden. Der grüne Politiker rechnet damit, dass daher nur wenige Standorte im küstennahen Bereich für die Windkraftnutzung geeignet seien.
Im Übrigen dürfe man gespannt sein, so Klein, wie Herr Stratmann und die CDU das nach Ansicht der Grünen vorschnelle Versprechen umsetzen wollten, und Windkraftanlagen in der 12-Seemeilenzone angesichts der geltenden Rechtslage verhindern wollten. "Will Herr Stratmann den Nationalpark Wattenmeer auf die 12-Seemeilenzone ausdehnen? Da steht uns eine interessante Diskussion bevor," so der grüne Küstenpolitiker.