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22. April 2004

Land vernachlässigt Schutz der Forsten gegen Borkenkäfer-Kalamitäten - Verhilft Verwaltungsreform Borkenkäfern zum verheerenden Triumphzug durch die niedersächsischen Wälder?

Die Landtagsgrünen werfen der Landesregierung vor, die durch den Borkenkäferbefall drohenden Gefahren für die niedersächsischen Wälder zu unterschätzen. Das Management zur Abwehr der Schäden sei unzureichend, sagte der forstpolitische Sprecher Hans-Jürgen Klein am Donnerstag in Hannover.
Der Grünen-Politiker wies darauf hin, dass alle forstkundlichen Institutionen seit dem Herbst des vergangenen Jahres auf eine drohende Borkenkäferkatastrophe im Sommer 2004 hinweisen. Die niedersächsischen Wälder seien ohnehin durch Luftschadstoffe extrem geschwächt. "Unter trockenen und warmen Bedingungen, wie sie im letzten Jahr vorherrschten, haben die Bäume fast keine Abwehrmechanismen mehr zur Verfügung", sagte Klein.
Die Landesregierung betreibe ein veraltetes Krisenmanagement. Vorbeugende Maßnahmen gegen weitere Borkenkäfer-Kalamitäten würden gänzlich versäumt. Klein: "Die konsequente Durchsetzung des LÖWE-Programms mit Naturverjüngung und der Anpflanzung standortgemäßer Baumarten könnte die Gefährdungen mindern und die Ausbreitung potenzieller Schadensflächen eindämmen. Der Anbau der vom Borkenkäfer besonders bedrohten Fichten muss gestoppt werden."
Um die Ursachen der deutlichen Schwächung der heimischen Wälder an der Wurzel zu packen, sei eine drastische Reduzierung der schädlichen Luftschadstoffe in den nächsten Jahren unumgänglich. "Vor allem der Reduzierung von Stickstoffverbindungen aus Landwirtschaft und Verkehr kommt eine entscheidende Bedeutung zu.", sagte Klein. Die Landesregierung würde jedoch entsprechende Maßnahmen blockieren.
Mit einer umfassenden Kleinen Anfrage will der Grünen-Abgeordnete jetzt wissen, wie die Landesregierung die bisherige Schadensentwicklung bilanziert und welche Abwehrmaßnahmen geplant sind. Angesichts der Bedrohung sei es fraglich, ob der mit der Forstreform geplante Personalabbau zu verantworten ist. "Für eine vernünftige Schadensanalyse und Bekämpfung werden die entsprechenden Fachleute gebraucht. Andernfalls könnten die falschen Schwerpunkte der Forstreform dem Borkenkäfer zu einem verheerenden Triumphzug durch die niedersächsischen Wälder verhelfen."
(Diese Pressemitteilung wurde gemeinsam mit dem Praktikanten Jörn Buse erstellt)
Die Kleine Anfrage ist als Anlage/Link verfügbar

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