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12. August 2004

Grüne gegen genehmigungsfreien Bau von LKW-Trassen durch den Wald - Landesregierung auf dem Holzweg

Den Plan der Landesregierung, durch eine Änderung der Niedersächsischen Bauordnung (NBauO) künftig den Bau von Lastwagentrassen durch den Wald ohne Genehmigung zuzulassen, haben die Landtagsgrünen scharf kritisiert. "Es ist nicht zu rechtfertigen, dass für die Ausweitung der Holzproduktion per Gesetz besondere Privilegien eingeräumt werden", sagte der forstpolitische Sprecher
Hans-Jürgen Klein am Donnerstag (heute) in Hannover.
Nach den Plänen der Forstverwaltung sollen in den nächsten Jahren die Holzabfuhrwege umfangreich ausgebaut werden, so dass sie ganzjährig bei jedem Wetter mit 40-Tonnen-LKW befahren werden können. Der Vorteil für die holzverarbeitenden Firmen läge darin, dass ihr Aufwand für die Lagerhaltung sinkt, weil die Holzlager in den Wald verlegt werden. Die Kosten würden so auf die Steuerzahler abgewälzt.
"Gerade der Wald hat vielfältige Funktionen: Er ist prägendes Landschaftselement, wichtiges Ökosystem und wird von den Bürgern für Freizeit und Erholung genutzt. Wenn der massive Ausbau von LKW-Trassen jetzt genehmigungsfrei erfolgt, müssen diese schwerwiegenden Eingriffe nicht mehr nach dem Naturschutzrecht ausgeglichen werden", kritisierte die
umweltpolitische Sprecherin Dorothea Steiner.
Die Grünen-Politiker betonten, dass es ihnen nicht darum ginge, für jeden kleinen Waldweg umfangreiche Prüfungen vorzuschreiben. Aber für
LKW-Schneisen sei ein Genehmigungsverfahren unverzichtbar.
Die Landesregierung versuche im Hauruck-Verfahren die Ausgangssituation für den
privatwirtschaftlichen Betrieb der künftigen "Anstalt öffentlichen Rechts – Landesforst" zu verbessern. Von diesem Vorgehen sei nach Einschätzung der Grünen aber mehr Schaden für den Wald als Nutzen für die Fortwirtschaft zu erwarten.
"Mit dem genehmigungsfreien LKW-Trassenbau beginnt der Ausverkauf der Wälder. Die Landesregierung ist auf dem Holzweg", sagten die Grünen-Politiker. "Der Landeswald gehört immer noch den Bürgern. Gerade in den landeseigenen Wäldern dürfen Naturschutz- und Erholungsfunktionen nicht hinter der Holzwirtschaft zurückstehen."

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